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Gesetzentwurf zur Reform der Arbeitsmarktinstrumente Dringende Kurskorrektur bei Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung nötig
Berlin,
24. Mai 2011 - Auf der heutigen gemeinsamen Pressekonferenz des
Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) und des Bundesverbands
der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB) fordern die Verbände die
Bundesregierung auf, bei der geplanten Reform der
arbeitsmarktpolitischen Instrumente nachzubessern und den derzeitigen
Kurs ihrer Arbeitsmarktpolitik zu überdenken.
Nach Ansicht der Verbände muss in der derzeitigen wirtschaftlichen
Wachstumsphase die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen von der
Politik stärker in den Fokus gerückt werden. „Viele Unternehmen suchen
neue Arbeitkräfte. Langzeitarbeitslose können davon aber nur dann
profitieren, wenn sie hinreichend qualifiziert sind. Deshalb muss jetzt
alles möglich gemacht werden, damit sie zielgerichtet weitergebildet
werden können“, erklärt Werner Rose, Vorstandsmitglied des VDP. Die
arbeitsmarktpolitische Reform erfolgt allerdings vor dem Hintergrund
massiver Mittelkürzungen bei der Bundesagentur für Arbeit (BA). In den
kommenden vier Jahren wird das Eingliederungsbudget der BA um rund 44
Prozent gekürzt. Allein in diesem Jahr stehen 1,3 Milliarden Euro
weniger für die berufliche Weiterbildung zur Verfügung. „Vor dem
Hintergrund dieser massiven Einschnitte kann das Ziel der
Bundesregierung, qualitativ hochwertige und effektive
Arbeitsmarktpolitik zu betreiben, nicht erreicht werden“, so Rose
weiter.
Siegfried Schmauder, Vorsitzender des BBB, macht
deutlich, dass die Reform der Arbeitsmarktinstrumente nicht dazu
missbraucht werden dürfe, um über die Hintertür Sparmaßnahmen
durchzusetzen, die zu einem arbeitsmarktpolitischen Kahlschlag führten.
„Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister sieht durch die Kürzungen
bundesweit 40.000 Stellen in der Weiterbildung gefährdet. Wenn es
zukünftig kaum noch qualitativ hochwertige Bildungsangebote gibt, kann
auch niemand mehr zielgerichtet und anschlussfähig qualifiziert werden“,
sagt Schmauder.
In Hinblick auf die bevorstehende Reform
betonen beide Verbände, dass sie grundsätzlich die geplante
Flexibilisierung und Stärkung der dezentralen Handlungskompetenzen
begrüßen. „Entscheidend für den Erfolg wird aber sein, dass die
Mitarbeiter der Agenturen für Arbeit, Jobcenter und ARGEN vor Ort für
ihre Aufgaben gut qualifiziert und vorbereitet werden“, sagt Rose. Auf
Kritik stößt bei beiden Verbänden die vorgesehene Regelung, nach der die
BA für bestimmte Umschulungen weiterhin nur zwei Drittel der
Umschulungszeit finanziert. Davon besonders betroffen sind Umschulungen
in Kranken- und Pflegeberufen, obwohl gerade hier ein enormer
Fachkräftebedarf besteht. VDP und BBB fordern deshalb eine Regelung, die
dem Pflegenotstand entgegenwirkt. Dies muss nach Ansicht der Verbände
eine vollumfängliche Förderung sein. Mindestens müsse der Gesetzgeber
aber die Möglichkeit eröffnen, dass letzte Drittel der Umschulungszeit
durch private Dritte zu finanzieren. Darüber hinaus kritisiert
Schmauder, dass bei Arbeitsgelegenheiten auch Kriterien zur
Wettbewerbsneutralität hinzukommen sollen. Hierdurch bestehe die Gefahr,
dass Arbeitsgelegenheiten nur noch in sehr begrenzten Umfang gefunden
werden könnten.
Der Verband Deutscher Privatschulverbände
e.V. (VDP) und der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e.V.
(BBB) vertreten die Interessen von Bildungsträgern, die bundesweit in
den Bereichen Berufliche Bildung, Arbeitsmarktdienstleistungen und
Erwachsenenbildung tätig sind.
Verantwortlich für den Inhalt: Florian Becker, Pressesprecher (VDP)
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