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Mecklenburg-Vorpommern schränkt Bildungsvielfalt ein PDF Drucken E-Mail
Freitag, 19. November 2010 um 00:00 Uhr

PRESSEMITTEILUNG

Berlin/Schwerin, 18. November 2010 – Auf der heutigen Jahrespressekonferenz im Rahmen des Bundeskongresses 2010 des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert der Verband die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern auf, dringend beim aktuellen Schulgesetz nachzubessern. Die auf Grundlage des Schulgesetztes neu in Kraft getretene Finanzhilferegelung ist für das freie Bildungswesen nicht tragbar.

Je nach Schulform haben die freien allgemeinbildenden Schulen seit dem neuen Schuljahr 2010/2011 Kürzungen von bis zu 30 Prozent hinnehmen müssen. Bei freien berufsbildenden Schulen liegen die Kürzungen der Personalkostenzuschüsse, je nach Ausbildungsgang und Schulträger, sogar bei bis zu 65 Prozent. Kürzungen in diesem Umfang führen dazu, dass sich eine Reihe von freien Schulen in ihrer Existenz bedroht sehen muss. „Ein Land, das so von Abwanderung der jungen Menschen betroffen ist, sollte eigentlich alles daran setzen, seinen Kindern und Jugendlichen durch vielfältige Bildungsangebote eine Perspektive zu bieten. Die Kürzungen bewirken aber genau das Gegenteil. Das Land spart den Ausbildungsstandort Mecklenburg-Vorpommern kaputt“, erklärt Dr. Barbara Dieckmann, Landesvorsitzende des VDP-Nord.

Die Finanzkürzungen sind auch vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage nach Plätzen an freien Bildungseinrichtungen brisant. „Die Landesregierung versucht, einen qualitätsfördernden Wettbewerb um gute Bildungsangebote auszuhebeln und stellt sich so gegen den Willen von Schülern und Eltern“, sagt Dieckmann weiter. Laut der vorläufigen Zahlen des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern können die freien allgemeinbildenden Schulen in diesem Schuljahr einen Schülerzuwachs von 7,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Insgesamt besuchen in Mecklenburg-Vorpommern derzeit 9,3 Prozent aller Schüler eine allgemein- bzw. berufsbildende Schule in freier Trägerschaft.

Neben einer Rücknahme der Finanzhilfekürzungen für freie Schulen fordert der VDP, die vollzeitschulische Berufsausbildung im Land stärker zu fördern. Die massive Schlechterstellung der beruflichen Bildung an Privatschulen geht insbesondere zu Lasten von Frauen. Sie machen an den freien Einrichtungen im Land einen Schüleranteil von rund 73 Prozent aus. Aufgrund der massiv verschlechterten Rahmenbedingungen haben viele freie Schulträger Klagen angekündigt.


Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. vertritt freie Bildungseinrichtungen im allgemein bildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zusammen mit den beiden konfessionellen Privatschulverbänden, dem Bund der freien Waldorfschulen und der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime bildet der VDP die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen.

Verantwortlich für den Inhalt: Florian Becker, Pressesprecher
 
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