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Klassenziel nicht erreicht: Schulreform verpasst PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 24. Januar 2007 um 15:55 Uhr

PRESSEMITTEILUNG

Strukturreform statt pädagogischer Erneuerung in den Schulen

Das neue Schulgesetz verpasst wichtige Entwicklungschancen und bremst die pädagogische Erneuerung in den Schulen. Dieser Einschätzung folgt der Verband Deutscher Privatschulen (VDP Nord) mit Blick auf das heute von der Koalitionsmehrheit im schleswig-holsteinischen Landtag verabschiedete Gesetz zur Weiterentwicklung des Schulwesens in Schleswig-Holstein.

„Die individuelle Förderung eines jeden Schülers sollte Grundprinzip des neuen Schulgesetzes werden. Der Landtag hat sich für die sparsamste Variante entschieden: die Binnendifferenzierung innerhalb des Klassenverbands. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn es die strukturellen Rahmenbedingungen nicht erlauben, auf andere Weise auf unterschiedliche Begabungen, Lerntempo, Vorkenntnisse und Erwartungen an gute Schule einzugehen“, kritisiert Dr. Georg M. Wiechelmann, Landesvorsitzender des VDP in Schleswig-Holstein. „Die Koalition hat eine Strukturreform verabschiedet, deren Prinzip es ist, vor dem Hintergrund eines wiederholt verfassungswidrigen Landeshaushalts Schulen zusammen zu legen und pädagogische Verantwortung weiter zu zentralisieren. Wer eine Deregulierung und die Abkehr von zentral strukturierten und organisierten Bildungsangeboten erwartet hat, wird enttäuscht. Wohnortprinzip und zentralisierte Schulverwaltung verhindern jeden Wettbewerb um bessere Schulen. Freiräume und Eigenverantwortlichkeit von Lehrern und Schulen sind im Gesetz nicht zu finden“.

„Statt die positiven Erfahrungen der freien Träger für das ganze öffentliche Schulwesen nutzbar zu machen, werden die Initiatoren moderner und erfolgreicher Pädagogik weiter benachteiligt und das Grundrecht auf Errichtung und Besuch einer Schule in freier Trägerschaft weiter eingeschränkt.“, sagt Wiechelmann im Hinblick auf die Finanzkürzungen für private Schulen. „Privatschulen werden auf Grundlage von Kosten staatlicher Schulen finanziert, die es nach dem Schulgesetz gar nicht mehr gibt. Dabei werden viele Kosten nicht berücksichtigt.“

„Das Schulgesetz geht von dem überholten Bild des Privatschulunternehmers aus, dem die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Risiken der Privatschulgründung zugemutet werden können. Es übersieht dabei, dass freie Schulen nicht von gewinnorientierten Unternehmern, sondern von idealistisch geprägten ‚Gründungseltern’ eröffnet werden, deren Ziel es ist, ihren Kindern in einer globalisierten Welt bessere Bildungschancen einzuräumen und auf individuelle Begabungen Rücksicht zu nehmen. Doch das bürgerliche Engagement der Eltern wird selbst dort nicht belohnt, wo Erneuerungen dem Land kein Geld kosten.“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer des VDP Nord. Der VDP-Mann fordert die Landesregierung auf, Methodenvielfalt und pädagogischen Wettbewerb der Schulen zu fördern. „Das Bildungsministerium sollte nicht Zentralverwaltung sondern Berater selbständiger Schulen gleichberechtigter Träger sein.“ Sein Fazit: „Schleswig-Holstein hat die Reform verpasst.“

Verantwortlich für den Inhalt: Christian Schneider, Geschäftsführer VDP Nord

 
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