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VDP unterstützt Vorschläge für radikale Bildungsreform PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 08. März 2007 um 15:11 Uhr

PRESSEMITTEILUNG

Autonomie und gleichwertige Finanzierung aller Schulen Schlüssel zu Verbesserungen

Frankfurt am Main/München. Der Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V. (VDP) unterstützt die am Donnerstag in München präsentierten Vorschläge führender deutscher Bildungsforscher für einen radikalen Umbau des Bildungssystems. „Größtmögliche Autonomie und eine gleichwertige Finanzierung der Schulen unabhängig von der Trägerschaft sind der Schlüssel zu den dringend benötigten Verbesserungen im deutschen Schulwesen“, kommentiert VDP-Geschäftsführer Christian Lucas. „Die Politik sollte endlich dieser immer wieder vorgetragenen Forderung namhafter Bildungsexperten folgen und nicht krampfhaft am Status Quo festhalten.“

Der „Aktionsrat Bildung“ fordert in seinem „Jahresbericht 2007“, Schulen zwar staatlich zu finanzieren, aber von privaten Trägern leiten zu lassen. Sie sollten eine deutlich größere Autonomie haben und selbst für Auswahl, Einsatz und leistungsbezogene Bezahlung der Lehrkräfte verantwortlich sein. Dem Gremium gehören sieben anerkannte Professoren unter Leitung des Präsidenten der Freien Universität Berlin Dieter Lenzen an. Erst am Montag hatte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln eine bessere Finanzierung von Privatschulen und damit einen fairen Wettbewerb zwischen staatlichen und privaten Schulen gefordert.

Ob tatsächlich sämtliche Schulen privat geführt werden sollten, wie vom Aktionsrat gefordert, ist für VDP-Geschäftsführer Lucas nicht das entscheidende Kriterium: „Die Schulen müssen selbständig und eigenverantwortlich sein und über gleiche wirtschaftliche Bedingungen verfügen. Die Frage nach der Trägerschaft ist dann eher zweitrangig, auch wenn private Träger seit Jahrzehnten ihre Innovationsfähigkeit und Effizienz unter Beweis stellen.“ Für eine gleichmäßig hohe Qualität der Ausbildung könnten dabei nach Lucas Ansicht klar definierte Abschlussstandards sorgen, die von einer unabhängigen Schulaufsicht auch über Ländergrenzen hinweg überwacht würden.

Zu dem Vorschlag der Professoren, Lehrer grundsätzlich nur befristet zu beschäftigen, meint Lucas: „Eine größere Leistungsorientierung bei der Anstellung und Bezahlung von Lehrkräften fördert natürlich die Qualität und wird an Privatschulen erfolgreich praktiziert. Allerdings darf das geltende Arbeitsrecht nicht ausgehebelt werden. Auch Lehrer brauchen für gute Leistungen eine verlässliche Perspektive.“

Der Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V. vertritt freie Bildungseinrichtungen im allgemein bildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fach-/Hochschulsektor). Der 1901 gegründete Verband bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zusammen mit den beiden konfessionellen Privatschulverbänden, dem Bund der freien Waldorfschulen und der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime bildet der VDP die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen.

Verantwortlich für den Inhalt: Martin Kunze, Pressesprecher

 
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