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Privatschulen entlasten den Landeshaushalt PDF Drucken E-Mail

Finanzhilfe und Schullastenausgleich, also die Zuschüsse für Personal- und Sachkosten, sind niedriger, als die Länder für ihre eigenen Schulen ausgeben. So liegt die Höhe der Zuschüsse z.B. für einen Grundschüler bei Berücksichtigung aller betriebswirtschaftlich relevanten Ausgaben nur bei etwa 50 Prozent, im berufsbildenden Bereich sind es noch weniger. Da die Länder also Schüler an privaten allgemein bildenden und beruflichen Schulen finanziell anders behandeln als Schüler an staatlichen Schulen, spart das Land für jeden Einzelnen bares Geld. So spart z.B. das Land Schleswig-Holstein nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln in jedem Jahr im Durchschnitt pro Schüler etwa 2.300 EUR ein, insgesamt sind das rund 15 Mio. EUR allein bei den allgemeinbildenden Ersatzschulen. Rechnet man die beruflichen Schulen dazu, erhöht sich derEntlastungseffekt auf mehr als 30 Mio. EUR im Jahr.

Diese Lücke müssen die privaten Schulen durch Eigenleistungen oder Drittmittel und die Eltern durch Schulbeiträge schließen. In der Regel geben private Schulen nicht mehr Geld pro Schüler aus, als die staatlichen. Sie setzen das Geld nur anders ein. In einigen Bundesländern wie etwa Hamburg gibt es sogar Regelungen, die die Ausgaben von Ersatzschulen nach oben begrenzen.

Während der sog. Wartefrist nach Gründung einer Ersatzschule bekommt die neue Schule gar keine finanziellen Zuwendungen. In diesem Zeitraum, der je nach Bundesland zwischen zwei und fünf Jahren liegt, spart das Land die Kosten vollständig ein, die sonst angefallen wären, wenn diese Schülerinnen und Schüler eine staatliche Schule besuchen würden. Gerechter wäre eine Finanzierung wie im Bereich der Kindertagesstätten oder anhand von Bildungsgutscheinen wie in den Niederlanden. Dort kann sich jeder Schüler seine Schule aussuchen. Die Schulen, ob in kommunaler oder freier Trägerschaft, erhalten für jeden Schüler das gleiche Budget. Schulbeiträge müssen dadurch nicht mehr erhoben werden. Dieser Wettbewerb der Schulen zu gleichen Bedingungen führt zu einem besseren Unterricht für Alle.


Literaturhinweis


  • Bernd Eisinger, Peter K. Warndorf, Jochen Feldt "Analyse der Kostenstrukturen öffentlicher Schulen - Eine Untersuchung für das Land Mecklenburg-Vorpommern" (2008), 154 Seiten, br., 14,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1985-8.
 
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